Neue Erkenntnisse zu den Objekten des „Pergamon-Kits“ (Budapest, 2010)

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At September 24th 2010, Prof. György Németh organised an international seminary on magical signs in antiquity at the ELTE University, Dept. of Ancient History, Budapest. Seven scholars were invited to talk about their research on charakteres.

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Abstract
Neue Erkenntnisse zu den Objekten des „Pergamon-Kits“

Die zehn Objekte aus Pergamon, deren Fundbeschreibung sich in den Mitteilungen des Athenischen Instituts von 1899 (Band XXIV) auf die Information beschränkt, dass sie in der Unterstadt zutage gekommen waren, wurden 1905 erstmalig von Richard Wünsch ausführlich publiziert. Bis dato werden sie in der Forschung als zusammengehörige Einzelteile eines komplexeren Wahrsageapparates interpretiert. Sigurd Agrell widmete 1936 die mit 130 Seiten umfangreichste Interpretation den Objekten, dabei legte er sein Hauptaugenmerk auf die Interpretation der Zauberzeichen. Auch er vertrat die Position, die Objekte seien als zu einem Apparat zusammengehörig zu betrachten. 2004 sprach sich Richard Gordon als einer der ersten gegen diese Interpretation aus und gestand jedem Objekt eine mögliche eigene Funktion zu. In derselben Publikation vertritt Attilio Mastrocinque wiederum den Ansatz der Zusammengehörigkeit. – Seit der ersten Publikation sind kaum eine handvoll Fotografien für die theoretischen Bearbeitungen der Objekte verwendet worden. Keiner der Autoren hat sämtliche Objekte selber untersucht. Wünschs Aussagen, Zeichnungen und Theorien wurden bedenkenlos und unkritisch übernommen. Nach über einhundert Jahren schien es an der Zeit, das neu hinzugewonnene Wissen in der Magieforschung mit einer erneuten vor Ort Untersuchung der Objekte zu verbinden. Die Ergebnisse werden 2011 umfangreich in einer Monographie publiziert. In diesem Seminar sollen, insbesondere mit Rücksicht auf die zahlreichen Charaktêres, die einzelnen Objekte anhand neuer Fotografien vorgestellt und zum Teil älteren Interpretationen gegenüber gestellt werden.

Oktober 25, 2010 @ 8:34