Zum Ursprung zweier magischer Gemmen in der Staatlichen Sammlung Ägyptischer Kunst in München

Summary

There are only a few sequences of ancient magic signs known to us today that have been preserved on multiple artefacts. A previously unnoticed sequence of 17 signs on a gem in the Museum of Fine Arts in Vienna occurs with minor but significant variations on two other gems in the State Museum of Egyptian Art in Munich. The Viennese gem is dated to the 16th century and is documented as a drawing in a 17th century publication. The first Munich gem has been assigned to the Graeco-Roman period. The second gem, which, according to the inventory card of the museum, also belongs to the Graeco-Roman period, is published here for the first time. A comparative study of the three gems and the drawing has lead to a number of new findings, including the re-dating of the Munich gems.

Published in: Zeitschrift für Ägyptische Sprache und Altertumskunde (ZÄS), Band 147, Heft 2 (2020), 153-163. https://doi.org/10.1515/zaes-2020-0033

Zusammenfassung

Wiederholt auftretende Zauberzeichensequenzen aus antiken Kontexten sind selten überliefert. Eine bisher unentdeckte Sequenz von 17 Zeichen auf einer Gemme im kunsthistorischen Museum in Wien ist mit geringen, jedoch signifikanten Abweichungen auf zwei weiteren Gemmen in der Staatlichen Sammlung Ägyptischer Kunst in München erhalten. Die Wiener Gemme wird in das 16. Jahrhundert datiert und ist als Zeichnung in einer Publikation aus dem 17. Jahrhundert dokumentiert. Von den beiden Münchner Gemmen wird die publizierte der griechisch-römischen Epoche zugeordnet. Die Erstpublikation der zweiten, die laut Inventarkarte des Museums ebenfalls der griechisch-römischen Zeit zugeordnet wird, erfolgt hier. Eine vergleichende Untersuchung der drei Gemmen in Verbindung mit der Zeichnung führt zu einer Reihe neuer Erkenntnisse, darunter die Neudatierung der Gemmen in München.

 

Fachartikel, erschienen in: Zeitschrift für Ägyptische Sprache und Altertumskunde (ZÄS), Band 147, Heft 2 (2020), 153-163. https://doi.org/10.1515/zaes-2020-0033